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Horchtraining

Abklärung
Nach einer ausführlichen Abklärung (Anamnese, Horchtest, Lateralitätstest, ergänzende psychodiagnostische Tests je nach Fragestellung), wird ein individuelles Horchprogramm zusammengestellt. Kinder werden in der Regel von Vater und / oder Mutter begleitet.

Basis-Intensivprogramm
Jeder Klient / jede Klientin durchläuft ein individuelles Intensiv – Horchtraining mit dem “Elektronischen Ohr” und wird von einer pädagogisch– therapeutischen Fachperson begleitet.

Dauer in der Regel: 10 – 15 aufeinander folgende Tage à 2 Stunden.

Fortsetzungsprogramme
Nach einer Ruhephase von jeweils 3 – 4 Wochen, die als Integration verstanden wird, in der die Verän­derungen assimiliert werden, wird das individuelle Horchprogramm fortgesetzt. Nach einem Kontroll – Horchtest werden die Fortschritte besprochen und das weitere Vorgehen geplant.

Dauer in der Regel: 5 – 8 aufeinander folgende Tage à 2 Stunden.

Die Anzahl der notwendigen Fortsetzungs­programme hängt von der persönlichen En­twicklung und der indivi­duellen Fragestellung ab.

Bemerkungen zum Ablauf
Während des Horchtrainings kann sich die Klientin / der Klient ausruhen oder kreativ betäti­gen. Kindern steht eine reichhaltige Palette von Spielen und Beschäftigungs­möglichkeiten zur Verfügung.

Kinder werden in der Regel von beiden Eltern oder einem Elternteil begleitet, damit diese die Wirkung der Methode miterleben und ihr Kind in seinem Prozess begleiten und unterstützen können. Geschwister hingegen werden nicht gleichzeitig behandelt. Die Veränderung des Kindes wirkt sich auf die Dynamik der ganzen Familie aus.

Zu Beginn der Therapie steht die rein auditive Stimulation (rezeptive Phase) im Vordergrund. Zu einem späteren Zeitpunkt kommen je nach Fragestellung audio-vokale Übungen am Mikrofon dazu (expressive Phase). Es können Sing-, Sprech- oder Leseübungen sein. Auch andere Aktivitäten können das Training ergänzen.

Häufige Fragen & Antworten

Fragen & Antworten

01. Warum ist das Training intensiv und täglich?
Die A.P.P. ist physiologisch gesehen ein Training der Mittelohr-Muskulatur, die die Gehörknöchelchen in Bewegung bringt, um den Schall korrekt zu übertragen. Wie bei jedem Muskelaufbau ist auch hier ein kontinuierliches, intensives Training wesentlich.
Ausserdem wollen wir die Gewohnheiten des Hörens und Zuhörens verändern. Das bedeutet, alte Hörmuster aufzulösen oder zu durchbrechen, um eine neue Wahrnehmung erfahrbar zu machen.
Die Praxis hat erwiesen, dass nur eine tägliche Stimulation über einen bestimmten Zeitraum hinweg eine Veränderung bewirken kann.

02. Warum kann ich das Horchtraining nicht zu Hause machen?
Diese Methode ist an spezielle Geräte gebunden, die nur in den A.P.P.-Instituten zur Verfügung stehen. Die Anwendung erfordert auch eine ständige Begleitung durch ausgebil­dete Fachpersonen, die das tägliche Programm aufgrund beobachteter Veränderungen erstellen und anpassen können.

03. Wie oft muss das Horchtraining wiederholt werden?
Ein komplettes Training besteht aus drei bis fünf aufeinander aufbauenden Phasen, die durch zeitlich festgelegte Pausen (Phasen der Nachreifung) voneinander getrennt sind. Die Anzahl der Phasen wird durch die Ausgangslage und Fragestellung und durch die Veränderung bestimmt.
Die praktische Erfahrung hat gezeigt, dass ein Kind mit Schul- und Konzentrationsproblemen meist mit dem aus drei Phasen bestehenden Grundtraining und einer Auffrischung im darauf folgenden Jahr einen dauerhaften Erfolg erzielen kann. Bei erwachsenen Menschen mit komplexeren Fragestellungen kommt es vor, dass eine regelmässige einwöchige Auffrischung ein- bis zweimal im Jahr sinnvoll sein kann.

04. Warum sollen Mutter oder Vater das Training mitmachen?
In aller Regel verändert sich das Kind während der Therapie sehr stark; es reift geistig und seelisch, manchmal sogar körperlich, nach. Die Eltern sagen dann, es habe einen „Entwicklungsschub“ gemacht. Dieser ist nicht zufällig, sondern hängt direkt mit der Therapie zusammen. Es ist wichtig, dass ein Elternteil (meist am Anfang die Mutter und später der Vater) diesen Prozess begleitet, d.h. am eigenen Leib erfährt. So können die Eltern die Veränderung des Kindes besser verstehen.
Oft plagen sich Eltern der Kinder, die Therapie brauchen, mit Schuldgefühlen und Selbstkritik und fühlen sich damit sehr allein. Durch das eigene Musik-Hören und durch die Gespräche mit den Fachpersonen können diese Eltern sehr entlastet werden. Sie können jederzeit mit ihren Fragen kommen und erhalten professionelle Unterstützung und Stärkung.
Die Veränderung des Kindes und die Entlastung der Mutter oder des Vaters wirken sich auf die Dynamik der ganzen Familie aus.

05. Kann ein Horchtraining schaden?
Wie im Sport schadet ein richtig durchgeführtes Training nicht.
Hier ist die Professionalität der A.P.P. – Therapeutinnen und Therapeuten gefragt. Bei der Erstabklärung wird eine umfassende Anamnese erstellt, die die nötigen Informationen gibt, um eine Therapie zu empfehlen und um das Vorgehen während der Therapie zu bestimmen.

06. Wie hoch ist der Erfolg bei dieser Methode?
Es ist schwierig, quantitative und statistisch relevante Aussagen zu machen.
Hingegen weisen zahlreiche Untersuchungen mit physiologischen Hörtests, psycho­diagnostischen Tests und Verhaltensbeobachtungen auf sehr positive Ergebnisse hin. Die Verbesserungen sind vor allem in den Bereichen der Motorik, der Sprache, des räumlichen Denkens, der Konzentration und der Lernfähigkeit deutlich.

07. Ab welchem Alter kann ein Horchtraining gemacht werden?
Es gibt keine Altersbegrenzung, weder nach unten noch nach oben.
Viele Frauen kommen schon in der Schwangerschaft zu Horchsitzungen, um ihr Kind vor der Geburt zu stimulieren. Das Horchtraining kann auch eine ideale Ergänzung der Geburtsvor­bereitung sein.
Alten Menschen können Horchsitzungen Erleichterung bringen, gerade wenn ihre Beschwerden mit den Funktionen der Ohren im Zusammenhang stehen: erhöhte Müdigkeit bis depressive Verstimmung durch Altersschwerhörigkeit, Gleichgewichtsprobleme, Schwin­del. Manchmal kann eine bessere Akzeptanz der Hörgeräte erzielt werden, und oft blühen die alten Menschen wieder auf, wenn sie merken, dass sie in Diskussionen wieder ein bisschen mehr verstehen, d.h. wenn sie das Gehörte wieder besser differenzieren und analysieren können. Wenn das Gehör nachgelassen hat, ist eine qualitative Verbesserung besonders wichtig.

08. Ersetzt die A.P.P. andere Therapien?
Die Audio-Psycho-Phonologie kann andere Therapien oder schulmedizinische und alternative Methoden wirksam vorbereiten, ergänzen und / oder nachträglich unterstützen.
Die A.P.P. – Institute legen grossen Wert auf die Zusammenarbeit mit Fachleuten aus anderen Richtungen. Manchmal wird eine andere Therapie empfohlen oder sogar verlangt, vor allem im Bereich der Psychotherapie. Manchmal ist eine schulmedizinische oder schulpsycho­logische Abklärung notwendig, um Diagnosen auszuschliessen, die gegen eine Behandlung sprechen.
Sehr zurückhaltend sind wir bei Menschen, die die Tendenz haben, mehrere Behandlungen gleichzeitig zu „konsumieren“.
Kinder haben oft eine regelrechte „Therapiekarriere“ hinter sich und sind entsprechend wenig motiviert. Die A.P.P. kann hier zu einer physischen und psychischen Entlastung führen, weil sie zentral wirkt und das Kind während des Horchtrainings zu einem grossen Teil spielen kann und nicht schulisch gefordert wird. Trotzdem werden die Schulleistungen „plötzlich“ besser, und das erhöht seine Bereitschaft, weiter zu machen.

Es gibt viele Wege der Hilfestellung und wir freuen uns, Teil dieses “Puzzles” zu sein!

09. Warum Mozart?
Der belebende Einfluss der Musik von W. A. Mozart besteht unabhängig von ethnischer und kultureller Zugehörigkeit oder musikalischer Vorbildung. Die Therapieerfolge sind unbes­tritten und nachhaltig.

Prof. Tomatis beschreibt diese Musik mit ihrer ursprünglichen und befreienden Kraft als heilend. Das Geheimnis des „Mozart-Effekts“ liegt in der Dynamik, den Rhythmen und Melodien und im Reichtum der hohen Frequenzen, die die Hirnrinde stimulieren und damit die Kreativität anregen.

10. Die Wirkung des gregorianischen Gesangs?
Die Technik des gregorianischen Gesangs zielt auf einen möglichst obertonreichen Klang hin. Das ganze Skelett wird in Schwingung gebracht. Dieser über die Knochen erzeugte Klang ist sehr energiereich (“son osseux”) und bringt den Körper mit seiner Umgebung in Resonanz und führt zu einer aufgerichteten Körperhaltung.

Gregorianischer Gesang hat keine bestimmten Tempi, sein Rhythmus entspricht dem Fluss der natürlichen, physiologischen Atmung eines heiteren und gelassenen Menschen. Er wirkt stark beruhigend auf Atem- und Herztätigkeit des Zuhörers.