| Horchstörungen
Manchmal ist die Fähigkeit oder der Wille zum Horchen beeinträchtigt oder aus emotionalen Gründen blockiert. Dies kann in jedem Alter, in jeder Lebensphase tief greifende Auswirkungen haben.
Horchprobleme, die sich nach aussen richten:
Ist das Horchen nach aussen betroffen, auf das, was jemand sagt, so kann der „horchgeschädigte“ Mensch nicht folgen. Er nimmt schlecht oder verzerrt wahr, ist leicht ablenkbar und hat eine kurze Aufmerksamkeitsspanne. Er ist überempfindlich auf bestimmte Töne und missversteht oft Bemerkungen und Fragen. Er verwechselt ähnlich klingende Wörter und Laute und kann komplexen Anweisungen schlecht folgen. Dies kann sehr verunsichern, ermüden und auch grosse Ängste verursachen.
Horchprobleme, die sich nach innen richten:
Richtet sich die Horchstörung nach innen, auf sich selbst, so kann der Mensch Gehörtes schlecht ordnen und wiedergeben. Die eigene Stimme und der Ausdruck sind mit betroffen: Die Sprechqualität ist flach und monoton, das Sprechen ist zögernd und lässt Fluss und Rhythmus vermissen. Der Wortschatz ist eingeschränkt, die Satzstruktur stereotyp und armselig, das Singen unrein, Leseprobleme tauchen auf.
Störungen im vestibulären Bereich:
Bezieht sich die Horchstörung auf das Gleichgewichtsorgan (Vestibulum), so spürt der Mensch den eigenen Körper schlecht oder hat kein sicheres „Körperbewusstsein“, was sich in schlechter, schlaffer Haltung, in unkoordinierten Bewegungen, in Rhythmus- oder Balanceproblemen ausdrücken kann. Ein Unwohlsein im eigenen Körper wird spür- bzw. sichtbar durch nervöse Unruhe, Unbeholfenheit, schlechte Regulierung von Nähe und Distanz. Es kann auch sein, dass dieser Mensch Körpersprache nicht beherrscht, d.h. er kann Signale weder unmissverständlich aussenden noch sicher deuten, was zu grossem Unbehagen und Missverständnissen in der „non – verbalen Kommunikation“ führen kann.
Da das Vestibulum auch das Zusammenspiel von Augen- und Handbewegungen steuert, wird die Feinmotorik zum Problem: die Schrift wird ungelenk und schwer leserlich.
In der Regel treten nicht alle Symptome gleichzeitig auf! |