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Erfahrungsberichte

Melanie und Marina
Unsere 10- jährigen Zwillingsmädchen Melanie und Marina durchliefen im letzten Herbst aus verschiedenen Gründen eine Tomatis-Therapie. Sie wurden anfangs der zweiten Klasse mit Dingen konfrontiert, die ihnen Schwierigkeiten im Lernbereich sowie im privaten Bereich machten. Während einer Lernberatung wurden wir auf Tomatis aufmerksam gemacht. Beide Mädchen waren zu dieser Zeit emotional und schulisch gestresst, sie fanden kaum mehr Entspannung

Nach einer Abklärung beim Hals-Nasen-Ohrenarzt wurden keine Abweichungen festgestellt.

Mit dem Beginn einer Horchabklärung nach Tomatis starteten wir den ersten 10-tägigen Therapieblock. Ich machte das Programm ebenfalls mit und konnte deshalb besser auf die Mädchen eingehen. Ich wusste auch, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen hatten. Alle Hausaufgaben waren vorher mit viel Weinen und Emotionen begleitet. Jedoch bereits nach den ersten 10 Tagen konnten wir beobachten wie die innere Unruhe und Spannung sich allmählich lösten. Um die Mädchen nicht zu überfordern, konnten wir mit der Schule vereinbaren, dass der Unterricht am Nachmittag nicht besucht werden musste. So konnten wir die spannenden, aber auch anstrengenden Tage im Institut geniessen.

Während einer 4-wöchigen Pause „verdauten“ die Mädchen. Danach nahmen wir den zweiten Therapieblock in Angriff. Während der Pause wurde oft heftig gestritten, oft flossen Tränen bei den Schulaufgaben. Besonders Marina setzte an sich hohe Anforderungen, war nie zufrieden. Ihre Zwillingsschwester bemutterte sie oft, dadurch wurde sie von ihrem eigenen Lernen abgelenkt.

Bereits nach dem dritten Therapieblock von weiteren sieben Tagen war Marina weniger blockiert, ihre Spannung liess nach, auch resignierte sie nicht mehr so schnell. Melanie indessen zog sich in sich zurück. Je länger die Therapie dauerte, umso mehr liessen auch die Familienspannungen nach. Die Mädchen begannen immer mehr, sich mitzuteilen, was sie vorher nie konnten. Nach dem letzten Therapieblock waren beide soweit, dass sie ihre Aufgaben ohne grosse Ausbrüche erledigen konnten - für uns alle eine grosse Freude! Melanie zeigte sich im Unterricht aufnahmefähiger. Nun zog sich auch Marina etwas zurück.

Wichtig war für uns, dass sie nun einen relativ ausgeglichenen Bezug zur Schule aufbauen konnte. Heute erledigen beide oft ihre Schulaufgaben selbständig. Es erfolgt keine Klassenrückversetzung  oder Klassenumteilung und auch vor weiteren stützenden Massnahmen können wir absehen, obwohl uns die Schule diese Möglichkeit bietet. Wir sind erleichtert, dass Melanie und Marina ein Stück Entwicklung mit der Tomatis-Therapie erreichen konnten. Ihr Selbstvertrauen kann so weiter wachsen und wird sie auch in Zukunft auf ihrem Lebensweg begleiten.

Mai, 2005-11-08
Renate Moser