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Hören - Horchen

Unsere Ohren sind – im Unterschied zu den Augen – scheinbar immer geöffnet. Wir hören immer. Dennoch nehmen wir nicht alles bewusst wahr, was Tag und Nacht in unsere Ohren dringt, denn wir hören längst nicht immer zu. Wir horchen nicht unablässig, sondern nur dann, wenn wir es wollen.

Horchen oder Zuhören ist – im Gegensatz zum Hören – ein aktiver, willentlicher Vorgang, vergleichbar mit dem Auge, wenn es zielt, fokussiert. Horchen bedeutet Präsenz, Aufmerksamkeit, Wachheit. Es zentriert den Körper und führt zu Konzentration. Beim Horchen richtet sich die Wirbelsäule auf, die Ohren spitzen sich, die Gesichtszüge werden gespannt, der Ausdruck wird wach. Horchen setzt den ganzen Menschen in Bereitschaft.

Hören  = passiv, akustische Reize aufnehmen

Horchen = aktiv, gezielt Reize auswählen (Mittelohrmuskeln spannen sich)

Zuhören bezeichnet die zielgerichtete Konzentration des Ohres auf bestimmte akustische Reize und die Fähigkeit, störende Geräusche auszublenden oder zu überhören. Dank der Mittelohrmuskeln (musculus tensor tympani und musculus stapedius) können wir die Ohren spitzen und wie Objektive auf bestimmte Geräusche richten. Die Anpassung an ungewohnte oder ungeübte Frequenzbereiche erfordert ein Training.

Im Laufe des Horchtrainings werden die erwähnten Mittelohrmuskeln mittels der Kippschalter des „Elektronischen Ohres“ intensiv geschult.